McpConnect-Modul · Benutzeranleitung

Ein Agent, der in FreeScout mitarbeitet

McpConnect bringt einen Agenten in Dein FreeScout. Er ordnet neue Anfragen ein, schreibt Notizen und Entwürfe, beantwortet Fragen selbständig, wenn er sie aus Deinen Quellen belegen kann, antwortet im Live-Chat und erledigt Aufträge Deines Teams im Menü «KI». Was eingreift oder unsicher ist, legt er einem Menschen zur Freigabe vor.

Daneben macht das Modul Dein FreeScout zum MCP-Server: KI-Clients wie Claude Code oder claude.ai arbeiten als der Benutzer, der die Verbindung erlaubt hat, mit dessen Postfach-Rechten und nur mit den Rechten, denen er zugestimmt hat. Dafür braucht es keinen API-Schlüssel. Eine Verbindung gehört genau einer Person, lässt sich auf einzelne Postfächer beschränken, läuft nach einer Stunde ab und ist mit einem Klick widerrufen.

Das Modul geht davon aus, dass eine KI manipuliert werden kann – etwa durch eine E-Mail, die Anweisungen versteckt. Es macht deshalb nicht nur den Zugang sicher, sondern begrenzt auch, was eine manipulierte KI anrichten könnte.

Ohne API-Schlüssel
jede Verbindung gehört einem Benutzer
OAuth 2.1
mit PKCE, kurzlebigen Tokens und Widerruf
Freigaben
Eingriffe erst nach dem Klick eines Menschen
Lückenlos
jedes Ereignis im Protokoll, ohne Inhalte
Inhalt
Einrichten in vier Schritten  ·  Claude Code verbinden  ·  claude.ai verbinden  ·  Der Zustimmungsdialog  ·  Was eine KI darf  ·  Rechte und Freigaben  ·  Schutz vor manipulierten E-Mails  ·  Personendaten pseudonymisieren  ·  Entwürfe und Notizen der KI  ·  Der KI-Agent  ·  Verbindungen im Profil  ·  Protokoll und Alarm  ·  Shared Hosting  ·  Gut zu wissen

Einrichten in vier Schritten

Die Adresse des MCP-Servers steht oben auf der Seite «Clients». Sie lautet immer https://<Deine-FreeScout-Adresse>/mcp.

Claude Code verbinden

Lege unter «Clients» einen öffentlichen Client an und trage als Redirect-URI eine Loopback-Adresse ein, zum Beispiel http://localhost:33418/callback. Bei Loopback-Adressen nimmt das Modul jeden Port an. Die Client-ID wird nach dem Anlegen angezeigt.

Dann im Terminal:

`claude mcp add --transport http --client-id <Client-ID> --callback-port 33418 freescout https://<Deine-FreeScout-Adresse>/mcp`

Claude Code öffnet den Browser, Du meldest Dich in FreeScout an und bestätigst den Zustimmungsdialog. Danach steht die Verbindung.

Nach «Zugriff erlauben» passiert nichts. Das betraf Safari bis McpConnect 0.4.1: Der Browser blieb ohne Meldung auf dem Dialog stehen, ein zweiter Klick endete mit «Diese Anfrage ist abgelaufen». Ab 0.4.2 ist es behoben. Läuft bei Dir noch eine ältere Fassung, aktualisiere das Modul im LaStore, oder kopiere die Anmelde-Adresse aus dem Terminal in Firefox.

«Dieser KI-Client ist nicht registriert». Steht in der Adresszeile des Browsers bei client_id= nicht die ID aus FreeScout, hat Claude Code eine frühere, falsche Angabe gespeichert. Diese behält es pro Servername, auch nach claude mcp remove. Trage den Server dann unter einem neuen Namen ein, zum Beispiel freescout-2.

Unsere Empfehlung: Verwende McpConnect in Claude Code in einem eigenen Projekt ohne Code und sperre dort die Werkzeuge «Bash», «Write» und «WebFetch». Ein Agent, der fremde E-Mails liest und gleichzeitig Befehle auf Deinem Rechner ausführen darf, ist das grösste Risiko – ganz gleich, wie gut der Server geschützt ist.

claude.ai verbinden

Für claude.ai muss Deine FreeScout-Installation öffentlich über HTTPS erreichbar sein.

Schritt für Schritt mit Bildern: Die Anleitung «Claude mit FreeScout verbinden» erklärt beide Wege – Claude Desktop und claude.ai sowie Claude als Agent in FreeScout – auch für alle ohne technische Vorkenntnisse.

Am bequemsten ist die veröffentlichte Identität von Claude: Trage unter «Einstellungen» bei den Client-ID-Metadaten-Dokumenten claude.ai ein. Dann legst Du in claude.ai unter «Anpassungen → Konnektoren» einen benutzerdefinierten Connector mit der Adresse Deines MCP-Servers an und lässt «Claudes veröffentlichte Identität verwenden» ausgewählt. Das Modul ruft die Angaben zu Claude direkt bei claude.ai ab und zeigt im Zustimmungsdialog, dass die Herkunft bestätigt ist.

Alternativ legst Du einen Client von Hand an, mit https://claude.ai/api/mcp/auth_callback als Redirect-URI, und wählst in claude.ai «Eigenen OAuth-Client verwenden».

Der Zustimmungsdialog

Der Dialog ist der einzige Schritt, in dem ein Mensch entscheidet. Er zeigt:

Nach dem Erlauben bekommst Du eine E-Mail über die neue Verbindung. Warst Du es nicht, widerrufst Du sie sofort im Profil.

Ein selbst registrierter Client – das geht nur, wenn der Admin es einschaltet – trägt im Dialog den Hinweis «nicht geprüft».

Was eine KI darf

AktionBerechtigungAb Werk
Postfächer auflistenmailboxes:readdirekt
Tickets suchen und lesentickets:readdirekt
Interne Notiznotes:writedirekt
Antwortentwurfdrafts:writedirekt, nie gesendet
Status und Zuweisungtickets:updatedirekt
Als Spam markierentickets:spamFreigabe
In den Papierkorbtickets:deleteFreigabe
In anderes Postfach verschiebentickets:moveFreigabe
Kundendaten änderncustomers:writeFreigabe

Was es nicht gibt: Antworten senden, endgültig löschen, Sammelaktionen über mehrere Tickets, Kunden sperren und die E-Mail-Adresse eines Kunden ändern. Die letzte fehlt mit Absicht – FreeScout verschiebt dabei Adressen zwischen Kunden samt ihren Konversationen.

Alles läuft zusätzlich durch die Rechte von FreeScout: Wer ein Postfach nicht sieht, kann es auch über eine KI nicht sehen; wer nicht löschen darf, kann auch keinen Papierkorb freigeben.

Rechte und Freigaben

Unter «Rechte» legst Du je Aktion und Rolle fest, wie weit sie höchstens geht:

Für jede Aktion kannst Du das Vier-Augen-Prinzip einschalten: Dann darf nicht der Inhaber der Verbindung freigeben, sondern nur eine andere Person, die dieselbe Aktion selbst ausführen dürfte. Ausnahmen pro Benutzer oder Postfach können eine Regel nur verschärfen, nie lockern.

Unter «Einstellungen» bestimmst Du ausserdem, welche Rollen überhaupt KI-Verbindungen haben dürfen. Nimmst Du eine Rolle heraus, hören ihre bestehenden Verbindungen sofort auf zu funktionieren.

Eine wartende Aktion erscheint direkt in der Konversation mit «Freigeben» und «Ablehnen», und unter «KI-Freigaben» im Hauptmenü – dieser Menüpunkt zeigt sich nur, wenn etwas wartet. Ausgeführt wird im Namen des Inhabers, nachdem alles noch einmal geprüft ist. Hat sich die Konversation seit dem Antrag verändert, verfällt die Aktion, statt auf einer Lage zu laufen, die niemand freigegeben hat. Offene Aktionen verfallen nach 24 Stunden.

Zwei Dinge heben eine Aktion automatisch auf «Freigabe», auch wenn sie «direkt» erlaubt ist: verdächtiger Inhalt in der Konversation, und mehr als 20 eingreifende Aktionen pro Stunde und Verbindung.

Schutz vor manipulierten E-Mails

Eine E-Mail kann Anweisungen an eine KI enthalten, die ein Mensch beim Lesen nicht sieht: weisser Text, Schriftgrösse null, versteckte Elemente, unsichtbare Unicode-Zeichen. McpConnect begegnet dem in mehreren Schichten:

Kein Filter erkennt Manipulation zuverlässig. Diese Schichten machen sie aber sichtbar und begrenzen, was sie anrichten kann.

Personendaten pseudonymisieren

Ab McpConnect 0.5.0 verlassen Namen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Kontonummern und ähnliche Daten Deinen Server nur als Platzhalter wie Vorname.482913. Das gilt für jeden KI-Anbieter, weil die Ersetzung in McpConnect selbst passiert, bevor etwas den Server verlässt.

Entwürfe und Notizen der KI

Ein Entwurf der KI landet wie jeder andere im Ordner «Entwürfe» und öffnet sich normal im Editor. Er geht an den Kunden und die bisherigen CC-Empfänger der Konversation – die KI kann keine Empfänger hinzufügen, auch kein BCC. Weitere ergänzt ein Mensch beim Prüfen.

Über jedem Entwurf und jeder Notiz einer KI steht ein Hinweis, von welchem Client er stammt. Bei Entwürfen nennt er zusätzlich, worauf Du besonders achten sollst: einen Link auf eine fremde Domain oder eine Konversation mit verdächtigem Inhalt. Unter «Einstellungen» gibst Du Domains frei, auf die Entwürfe verlinken dürfen, ohne markiert zu werden.

Die KI schreibt reinen Text. HTML, das sie liefert, erscheint als Text – damit gelangen weder versteckte Links noch Tracking-Bilder unter Deinem Namen in eine Antwort.

Der KI-Agent

Ein KI-Agent bearbeitet jede neue Kundennachricht selbständig, ohne dass jemand einen Chat öffnet. Er ordnet ein, schreibt eine interne Notiz, bereitet Antworten vor, weist nach Deinen Hausregeln zu und schlägt Spam vor. Er arbeitet als eigener FreeScout-Benutzer, dem Dienstkonto, mit dessen Rechten und Postfächern.

Antworten senden

Senden ist ab Werk aus und eng begrenzt. Unter «KI-Verbindungen → Selbst antworten → Vorlagen» legst Du Antwortarten an, zum Beispiel eine Eingangsbestätigung, mit Platzhaltern wie {anrede}. Ein KI-Client mit dem Recht replies:send darf nur diese senden und füllt nur die Platzhalter, ohne Links.

Fragen selbst beantworten

Der Agent kann Fragen auch in eigenen Worten beantworten, zum Beispiel zu Deinen Produkten – aber nur aus Quellen, die Du freigibst. Unter «KI-Verbindungen → Wissen»:

Der Agent gibt zu jeder Antwort an, wie sicher er ist, und was ihn unsicher macht. Selbst hinaus geht eine Antwort nur, wenn alles passt: die Sicherheit erreicht Deine Schwelle (ab Werk 90 %), jede genannte Quelle wurde wirklich gelesen, jeder Link führt auf eine freigegebene Seite für Menschen, jeder Preis steht so in einer Quelle und ist verlinkt, und es geht nicht um ein heikles Thema wie Kündigung, Rückerstattung, Rechnung, Vertrag oder Beschwerde. Dann gilt dasselbe wie bei Antwortarten: Verzögerung, «Senden stoppen», wer den Entwurf bearbeitet, übernimmt.

Alles andere wird ein Entwurf, und der Hinweis darüber sagt Dir, warum – zum Beispiel «KI ist unsicher: Die Quelle nennt 16 Sprachen, zählt aber nur 11 auf» oder «Preis nicht in den Quellen gefunden». Du sendest den Entwurf selbst und korrigierst die Ursache unter «Wissen», mit einem eigenen Eintrag oder einem Hinweis zur Quelle. Beim nächsten Mal antwortet der Agent richtig, ohne dass am Modul etwas geändert werden muss.

Einstellungen unter Selbst antworten, Eigene Worte
«Selbst antworten → Eigene Worte»: Schwelle der Sicherheit, Antworten pro Tag, heikle Themen und die eigenen Werte für den Live-Chat

Im Live-Chat antworten

Ist FreeScouts Modul «Live Chat» aktiv, beantwortet der Agent auch Chat-Fragen – mit denselben Prüfungen wie beim E-Mail. Besucher brauchen dafür keine E-Mail-Adresse.

FAQ-Artikel pflegen

Ist FreeScouts Modul «Knowledge Base» aktiv, korrigiert und ergänzt der Agent öffentliche FAQ-Artikel und legt neue an – etwa wenn Du ihm per Notiz schreibst «Ergänze im Artikel zum Backup, dass …». Der Dienst-Client braucht dafür das Recht kb:write.

Vorgeschlagene Korrektur eines FAQ-Artikels unter KI-Freigaben
Eine vorgeschlagene FAQ-Korrektur unter «KI-Freigaben»: vorher (—), nachher (+) und der Grund

Aufträge im Menü «KI»

Unter «KI» gibst Du Deinem Agenten Aufträge in einem Chat, ohne Ticket – etwa «Wie viele Tickets zu Bexio kamen diese Woche?» oder «Welche Kunden warten seit über 5 Tagen auf uns?». Nachfragen gehen im selben Verlauf, Ticketnummern in den Antworten sind verlinkt. Der Menüpunkt heisst immer «KI», egal wie Du Deinen Agenten nennst.

Ein wiederkehrender Auftrag im Menü KI
Ein wiederkehrender Auftrag im Menü «KI»: Wochenbericht, Rückfrage und die erledigten Entwürfe

Werkzeuge anderer Module

Andere Module von let's automate geben Deinem Agenten eigene Werkzeuge. Jedes bringt eine eigene Berechtigung mit, die Du beim Dienst-Client (oder im Zustimmungsdialog eines KI-Clients) setzt.

Verbindungen im Profil

Jeder Benutzer findet in seinem Profil den Bereich «KI-Verbindungen»: alle seine Verbindungen mit Berechtigungen, Postfächern und letzter Nutzung, die IP-Erlaubnisliste zum Bearbeiten, den Knopf zum Widerrufen und die letzten Aktivitäten.

Wird eine Verbindung von einer Adresse ausserhalb ihrer Erlaubnisliste benutzt, blockiert das Modul den Zugriff und schickt dem Inhaber eine E-Mail. Auf Wunsch des Admins wird die Verbindung dann sofort widerrufen.

Protokoll und Alarm

Unter «Protokoll» steht jedes Ereignis: Anmeldungen, Zustimmungen, ausgegebene und abgewiesene Tokens, jeder Werkzeugaufruf mit Ticket und Dauer, Freigaben, Fehler. Filtern lässt es sich nach Stufe, Ereignis, Benutzer, IP und Zeitraum, exportieren als CSV.

Was nie im Protokoll steht: Tokens, Codes, Passwörter, Ticket-Inhalte, Notiz- und Entwurfstexte und Empfängeradressen.

Bei kritischen Ereignissen – ein Token taucht nach seiner Verwendung wieder auf, ein Zugriff kommt von einer nicht erlaubten Adresse, ein Limit ist erreicht – erhalten alle Administratoren eine E-Mail, höchstens eine je Ereignisart und zehn Minuten. Die Aufbewahrung stellst Du unter «Einstellungen» ein; ab Werk 90 Tage, kritische Ereignisse 365.

Shared Hosting

McpConnect läuft auch auf Shared Hosting und braucht dort keinen eigenen Dienst. Die Selbstprüfung zeigt, ob die Umgebung passt:

PrüfungWas sie feststellt
HTTPSOhne HTTPS sind Dialog und MCP-Endpunkt gesperrt.
Authorization-KopfKommt er bei PHP an? Unter Apache mit CGI wird er oft verworfen.
.env und storage/Sind sie aus dem Web erreichbar? Dann ist das Web-Stammverzeichnis falsch gesetzt.
MetadatenLiefert /.well-known/ die Angaben des Moduls?
Client-IPSieht PHP die echte Adresse oder die eines Proxys?
Ausgehende AnfragenNötig für die Metadaten-Dokumente von claude.ai.
CronOhne ihn greifen Aufbewahrung und Aufräumen nicht. Direkt nach der Installation ist er gelb, bis die stündliche Pflege einmal gelaufen ist.

Metadaten rot, obwohl alles stimmt

Liegt FreeScout ohne eigenen public/-Ordner als Web-Stammverzeichnis – auf Shared Hosting häufig –, leitet das mitgelieferte .htaccess im FreeScout-Ordner alles nach public/ weiter, nur /.well-known/ nicht. Damit erreichen die OAuth-Metadaten FreeScout nie, und kein Client findet den Anmeldeweg. Die Selbstprüfung erkennt das und zeigt die fehlende Zeile. Sie gehört in dieses .htaccess, vor die Zeile mit RewriteCond:

RewriteRule ^(\.well-known/oauth-(authorization-server|protected-resource)(/.*)?)$ public/$1 [L]

Weitergeleitet werden nur die zwei OAuth-Pfade; Zertifikatsprüfungen von Let's Encrypt unter /.well-known/ bleiben, wie sie sind. Ein FreeScout-Update kann die Datei überschreiben – dann wird die Prüfung wieder rot, und die Zeile muss erneut hinein.

Gut zu wissen

Die Verbindung läuft nach einer Stunde ab

Ein Zugriffstoken gilt eine Stunde; der Client holt sich mit dem Refresh-Token selbst ein neues. Taucht ein schon verbrauchtes Refresh-Token noch einmal auf, ist es abgeflossen – dann sperrt das Modul alle Tokens dieser Verbindung, und der Client muss sich neu verbinden.

Ein Passwortwechsel beendet alle Tokens

Ändert ein Benutzer sein Passwort, gilt kein vorher ausgestelltes Token mehr. Wird er deaktiviert, enden seine Verbindungen sofort.

Senden nur mit Verzögerung

Eine KI sendet nur Antwortarten, die Du freigegeben hast, oder sichere Antworten aus Deinen Quellen – und immer mit einer Verzögerung, in der jeder stoppen kann. Siehe «Der KI-Agent → Antworten senden» und «Fragen selbst beantworten».

McpConnect für FreeScout · letsautomate.ch · immer aktuell unter shop.letsautomate.ch/shop/anleitung/mcpconnect